Heinrich Albertz (geboren 1915 in Breslau, gestorben 1993 in Bremen-Horn) war ein deutscher evangelischer Theologe und ein profilierter Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Nach dem Abitur 1933 studierte er evangelische Theologie an den Universitäten in Breslau, Halle und Berlin. Bereits in seiner Studienzeit schloss er sich der Bekennenden Kirche an, einer innerkirchlichen Widerstandsbewegung gegen die nationalsozialistische Einflussnahme auf die evangelische Kirche, und engagierte sich in diesem Sinne gegen das NS-Regime. Seine Mitgliedschaft in kirchlichen Oppositionskreisen führte zu mehrfachen Verhaftungen durch die Gestapo; 1941 meldete er sich zur Wehrmacht, 1943 wurde er nach einem Fürbittgottesdienst für den inhaftierten Pastor Martin Niemöller zu einer längeren Haft verurteilt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzte Albertz seine kirchliche und politische Arbeit fort. Er ließ sich in Celle nieder, wo ihn die britischen Besatzungsbehörden mit der Betreuung von Vertriebenen und Flüchtlingen betrauten. 1946 trat er formell in die SPD ein und wurde im selben Jahr Mitglied des Landtags von Niedersachsen. Bereits 1948 berief man ihn in die niedersächsische Landesregierung, wo er zunächst als Minister für Flüchtlingsfragen fungierte und 1951 zusätzlich das Amt des Sozialministers übernahm. 1955 wechselte Albertz nach Berlin, wo er im Westberliner Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Otto Suhr zunächst als Senatsdirektor in der Volksbildungsverwaltung wirkte. 1959 wurde er Chef der Senatskanzlei und 1961 von Willy Brandt zum Innensenator ernannt, womit er zugleich für die innere Sicherheit und Ordnung der Stadt verantwortlich war. 1963 wurde er zudem zum Stellvertretenden Regierenden Bürgermeister gewählt. 1966 wählte das Berliner Abgeordnetenhaus Albertz zum Regierenden Bürgermeister von West-Berlin, nachdem Brandt in die Bundesregierung berufen worden war.Nach seinem Rücktritt aus der aktiven Politik widmete sich Albertz wieder verstärkt seiner geistlichen Berufung. Ab 1970 arbeitete er als Pfarrer, u. a. in Berlin-Zehlendorf bis 1979.