An der Ostsee. Ahlbeck, am 19. August 1924. –
Liebe Hansi! – Schönen Dank für Dein-/nen Brief. Es freut mich schon sehr, das du/ wieder gesund bist. Einmal wollte ich dich be-/suchen [hat man es dir erzählt?] aber/ man ließ mich nicht [ich schreibe immer noch/ so scheußlich!]. – Und in München bin ich in/ den Tagen zwischen 24. August und 30. Au-/gust. Dann fahre ich wieder nach Berlin,/ wo sie mich für keine Scheußlichkeiten/ ans Deutsche Theater glücklich engagiert/ haben.- Hier ist es so schön, - das Meer/ liebe ich unendlich, - und werde wohl noch/ drin ertrinken. Erst waren wie vierzehn/ Tage auf der kleinnetten Insel Hiddensee [verso] mit Gerhard Hauptmann zusammen [weißt/ du noch den sau komischen Vortrag den ich über ihn hielt? – Ich habe ihm auch da-/von erzählt!] – Das war auch sehr hübsch./ - Brummer das Rührei hat mir neulich/ weiß Gott einen Brief geschrieben, - andrer-/seits sandte ich dem Jobst eine Karte, auf/ der stand nur: „Ich bin hier in Berlin,/ im Sündenbabel Berlin und denke/ nur ungern an Sie zurück!“. – Er ist doch/ ein Esel und kein Schwein. Und dem/ Abitur würde ich nicht nachtrauern [, oder/ machst du es gar noch? Tu es nicht!]/ Man hat auch nichts davon als widrige/ Träume des Nachts.//
Schöne Grüße,- vielleicht besuchst du/ mich in München? / Erika.