Elisabeth Auguste Marie Agnes von Sachsen-Altenburg (geboren 1865 in Meiningen, gestorben 1927 in Leipzig) entstammte dem ernestinischen Herzogshaus und war die zweite Tochter des Prinzen Moritz von Sachsen-Altenburg und der Prinzessin Augusta von Sachsen-Meiningen. 1884 heiratete sie in Sankt Petersburg den russischen Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch Romanow und nahm den Namen Elisabeth Mawrikijewna an. Die Ehe, aus der neun Kinder hervorgingen, war von konfessionellen Spannungen – Elisabeth blieb lutherisch – sowie von der homosexuellen Orientierung des Gatten belastet. Nach dem Tod ihres Mannes 1915 erlebte sie die Russische Revolution, in deren Verlauf mehrere ihrer Söhne 1918 ermordet wurden. 1918 gelang ihr die Flucht über Schweden nach Deutschland, wo sie ab 1920 bei ihrem Bruder in Altenburg lebte. Elisabeth starb 1927 in Leipzig an Krebs. Ihr Lebensweg, der vom höfischen Glanz des späten Zarenreichs bis zum existenziellen Bruch durch Krieg und Revolution reicht, veranschaulicht paradigmatisch die Krisenerfahrungen des europäischen Hochadels im frühen 20. Jahrhundert.