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Elisabeth von Sachsen-Altenburg

Berhard II. von Sachsen-Meiningen

Brief

Ort: Altenburg

Datum: 25. Mai 1878

Artikelnummer: KKS202501167

300,00 €
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Stk

Inhalt

Die 13-jährige Elisabeth berichtet ihrem Großvater, Bernhard II. von Sachsen-Meiningen, von der Reise ins Schloss, dass sie den Salon bewohnen, in dem er einst residierte, das Wetter ist schlecht. Es stehen Visiten bei Bodenstedts (verm. Fr. Martin von Bodenstedt) an, die Hohenzollern sind auch wieder da, ebenfalls Bildhauergröße Karl Cauer. Dessen Skulptur, die 1874 gefertigte große "Hexe", wurde nach Paris zur (Welt-)Ausstellung gebracht. Entschuldigung für das Geschmiere, Elisabeth nutzt ihre "Schandfeder"

Maße

Das Blatt misst ca. 18,0 x 11,5 cm.

Zustand

Die Schrift in schwarzer Tinte, sehr gut lesbar und erhalten. Der Doppelbogen Bütten mit Wasserzeichen und recto oben links mit roter Namensprägung, mittig horizontal gefalzt, etwas gebräunt, griffspurig, leicht angeschmutzt, ganz vereinzelt blass stockfleckig, in Kanten und Falzkante etwas bestoßen. Sonst in sehr gutem Zustand.

Provenienz

Aus Berliner Privatbesitz.

Elisabeth Auguste Marie Agnes von Sachsen-Altenburg (geboren 1865 in Meiningen, gestorben 1927 in Leipzig) entstammte dem ernestinischen Herzogshaus und war die zweite Tochter des Prinzen Moritz von Sachsen-Altenburg und der Prinzessin Augusta von Sachsen-Meiningen. 1884 heiratete sie in Sankt Petersburg den russischen Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch Romanow und nahm den Namen Elisabeth Mawrikijewna an. Die Ehe, aus der neun Kinder hervorgingen, war von konfessionellen Spannungen – Elisabeth blieb lutherisch – sowie von der homosexuellen Orientierung des Gatten belastet. Nach dem Tod ihres Mannes 1915 erlebte sie die Russische Revolution, in deren Verlauf mehrere ihrer Söhne 1918 ermordet wurden. 1918 gelang ihr die Flucht über Schweden nach Deutschland, wo sie ab 1920 bei ihrem Bruder in Altenburg lebte. Elisabeth starb 1927 in Leipzig an Krebs. Ihr Lebensweg, der vom höfischen Glanz des späten Zarenreichs bis zum existenziellen Bruch durch Krieg und Revolution reicht, veranschaulicht paradigmatisch die Krisenerfahrungen des europäischen Hochadels im frühen 20. Jahrhundert.

Bernhard II. Erich Freund (geboren 1800 in Meiningen, gestorben 1882 ebenda) war von 1803 bis 1866 Herzog von Sachsen-Meiningen und entstammte dem ernestinischen Haus Wettin. Er übernahm die Regentschaft nach seiner Volljährigkeit im Jahr 1821 und prägte die Entwicklung des Herzogtums durch eine gemäßigt-konstitutionelle Politik. Bernhard II. förderte insbesondere Bildungs- und Kulturinstitutionen und initiierte Reformen in Verwaltung und Justiz, ohne jedoch weitreichende liberale Forderungen zu erfüllen. Außenpolitisch orientierte er sich zunächst am Deutschen Bund, geriet jedoch im Zuge der deutschen Einigungsbestrebungen in Konflikt mit Preußen. Nach der Niederlage Österreichs im Deutschen Krieg von 1866 verweigerte er den Beitritt zum neu gegründeten Norddeutschen Bund, was auf Druck Preußens zu seiner Abdankung am 20. September 1866 zugunsten seines Sohnes Georg II. führte. Bernhard II. zog sich nach Meiningen zurück und widmete sich bis zu seinem Tod vor allem literarischen und musikalischen Interessen. Seine Regierungszeit steht exemplarisch für den Balanceakt zwischen restaurativer Politik und den Herausforderungen des aufkommenden Nationalstaates im 19. Jahrhundert.

Karl Cauer (geboren 1828 in Bonn, gestorben 1885 in Kreuznach) war ein deutscher Bildhauer. Die erste künstlerische Ausbildung erhielt er durch seinen Vater, später durch Christian Daniel Rauch und Albert Wolff. 1848 reiste Cauer zum Studium der Antike nach Rom und drei Jahre später nach London, wo er sich mit Portraitaufträgen beschäftigte, u.a. ein Marmorbildnis von König Friedrich Wilhelm IV. Etwas später wurde Cauer nach Wien berufen, wo er Kaiser Franz Josef und mehrere Mitglieder der Aristokratie porträtierte. 1857 ging er nach Rom, wo er sich vor allem mit antiken Motiven beschäftigte. Danach liess er sich in Kreuznach nieder, ab 1878 wechselte er seinen Wohnsitz mehrmals zwischen Kreuznach und Rom. Neben grösseren Arbeiten wie der "Kassandra" und der später von der Berliner Nationalgalerie gekauften "Hexe" widmete sich Cauer der Interessensvertretung deutscher Künstler in Rom. Er bemühte sich um eine deutsche Staatsanstalt für bildende Kunst. auch wurde unter seiner und seines Bruders Leitung im Auftrag des Preussischen Unterrichtsministeriums die wichtigsten Skulpturen Italiens gegossen.

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