Arnold Zweig (geboren 1887 in Glogau, Schlesien; gestorben 1968 in Ost-Berlin) war ein deutscher Schriftsteller, Essayist und Intellektueller, der vor allem durch seine pazifistischen Romane über den Ersten Weltkrieg bekannt wurde. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen literarischen Moderne und des antimilitaristischen Humanismus im 20. Jahrhundert. Zweig studierte von 1907 bis 1913 Philosophie, Germanistik und Psychologie in Breslau, München, Göttingen, Rostock, Tübingen und Berlin. Besonders geprägt wurde er durch die Schriften Friedrich Nietzsches, Sigmund Freuds und des Zionismus. Während des Ersten Weltkriegs diente er als Soldat an der West- und Ostfront, eine Erfahrung, die sein literarisches Werk nachhaltig prägte und ihn zum entschiedenen Gegner des Krieges machte. Nach 1918 arbeitete Zweig als Journalist und Schriftsteller in Berlin und schloss sich dem Kreis um Sigmund Freud und Albert Einstein an. Sein literarischer Durchbruch gelang ihm 1927 mit dem Roman „Der Streit um den Sergeanten Grischa“, der als Teil des Zyklus „Der große Krieg der weißen Männer“ erschien und zu den bedeutendsten Antikriegsromanen der Weimarer Republik zählt. Es folgten Werke wie „Erziehung vor Verdun“ (1935) und „Einsetzung eines Königs“ (1937), in denen er die psychologischen, sozialen und moralischen Verwerfungen des Krieges literarisch analysierte. 1933 emigrierte Zweig vor dem NS-Regime zunächst in die Schweiz, später nach Palästina. Er kehrte 1948 in die Sowjetische Besatzungszone zurück und ließ sich in Ost-Berlin nieder, wo er Mitglied der Deutschen Akademie der Künste wurde und sich für den Aufbau des kulturellen Lebens der DDR engagierte. Er erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter den Nationalpreis der DDR (1953, 1958) und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1958).