Wilhelm Kattwinkel (geboren 1866 in Thun (Schweiz), gestorben 1935 Kassel) war ein deutscher Neurologe und Paläontologe. Er wurde insbesondere bekannt durch die Entdeckung der Fossilienlagerstätte in der Olduvai-Schlucht, die in der Folgezeit unter anderem auch viele Funde von Homininen lieferte. Kattwinkel studierte erst Naturwissenschaften in Bonn und Straßburg, ab 1894 dann Medizin in Bonn, Königsberg und Erlangen, promovierte 1892 in Erlangen zum Dr. med. und bestand 1894 in München das Staatsexamen. Nach dem Militärdienst wurde Kattwinkel Volontärassistent bei Hugo von Ziemssen und hospitierte von 1900 bis 1905 am Hôpital Salpêtrière und am Bicêtre in Paris. 1902 habilitierte er sich in München, wurde 1909 zum a. o. Professor für Neurologie ernannt und erwarb sich nebenbei Kenntnisse in der Paläontologie, insbesondere in der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte durch Karl Alfred von Zittel und Johannes Ranke. 1910 bis 1911 unternahm Kattwinkel gemeinsam mit seiner Frau eine privat finanzierte Forschungsreise nach Deutsch-Ostafrika zur Erforschung der Schlafkrankheit. Im Jahre 1911 fand er am südöstlichen Rand des heutigen Serengeti-Nationalparks eine reiche Fossilien-Fundstätte, die er "Olduvai- Schlucht" nannte. Weitere Expeditionen mit Forscherteam erfolgten 1912, 1913 und 1914, mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden die geplanten Reisen abgebrochen. Kattwinkel leitete bis 1918 ein Kriegslazarett, nahm dann seine Lehrtätigkeit in München als Professor für innere Medizin und Neurologie wieder auf. Seit den 1920er Jahren wirkte er außerdem als Arzt im Sanatorium „Wiggers Kurheim“ in Partenkirchen.