Jean-Antoine Chaptal (geboren 1756 in Badaroux, gestorben 1832 in Paris) war ein französischer Chemiker, Industrieller und Staatsmann, der zu den bedeutenden Förderern der angewandten Chemie in Frankreich zählte. Nach einem Medizinstudium in Montpellier widmete er sich vor allem chemischen Forschungen und industriellen Produktionsverfahren. Besonders bekannt wurde er durch seine Arbeiten zur Chemie der Säuren, Salze und industriellen Gärungsprozesse.
Chaptal spielte eine zentrale Rolle bei der Verbindung wissenschaftlicher Forschung mit industrieller Praxis. Er modernisierte chemische Herstellungsverfahren und förderte den Einsatz naturwissenschaftlicher Erkenntnisse in Landwirtschaft, Pharmazie und Industrie. Nach ihm wurde das Verfahren der „Chaptalisierung“ benannt, bei dem Wein durch Zuckerzusatz im Alkoholgehalt verbessert wird.
Unter Napoleon Bonaparte war Chaptal Innenminister Frankreichs und engagierte sich für den Ausbau des Bildungs-, Gesundheits- und Industriewesens. Darüber hinaus unterstützte er wissenschaftliche Institutionen und die technische Ausbildung. Seine Veröffentlichungen zur angewandten Chemie und industriellen Produktion hatten großen Einfluss auf die Entwicklung der französischen Chemie im frühen 19. Jahrhundert.