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Joseph Jérôme Siméon

Leopold von Hohenhausen

Brief

Ort: Kassel

Datum: 23. März 1810

Artikelnummer: KKS202501187

900,00 €
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Stk

Inhalt

Der Justiz- und Innenminsiter des Königreichs Westphalen, Simèon, war 1810 interimsmäßig außerdem Kriegsminister, hatte maßgeblich an der Ausarbeitung des "Code Civil" mitgearbeitet - Simèon richtet das Schreiben an den Unterpräfekten von Eschwege, verm. Leopold von Hohenhausen, um neue rechtliche Änderungen mitzuteilen.

Maße

Das Blatt misst ca. 36,0 x 21,0 cm.

Zustand

Kanzelischrift und die Unterschrift des Ministers in brauner Tinte, gut erhalten und lesbar. Der Doppelbogen an drei Rändern mit Schöpfrand, mehrfach gefalzt, gebräunt, griffspurig, etwas angeschmutzt, stockfleckig, etwas knick- und quetschfaltig, in den Kanten und Falzkanten bestoßen, stellenweise berissen, hier auch kleine Löchlein. Dem Alter entsprechend gut erhalten.

Provenienz

Aus Berliner Privatbesitz.

Joseph Jérôme Siméon (geboren 1749 in Aix-en-Provence, gestorben 1842 in Paris) war ein französischer Jurist, Staatsmann und Mitglied mehrerer Regierungen vom Ancien Régime bis zur Julimonarchie. Er entstammte einer angesehenen Juristenfamilie. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften profilierte er sich als Professor für Recht an der Universität von Aix und veröffentlichte Schriften zum römischen und französischen Recht. Während der Französischen Revolution wurde er 1792 in den Konvent gewählt, wo er als gemäßigter Abgeordneter den Girondisten nahestand. Seine Opposition gegen die Schreckensherrschaft führte 1793 zu seiner Verfolgung und zeitweiligen Haft. Nach 1795 wirkte er im Rat der Fünfhundert und beteiligte sich maßgeblich an der Ausarbeitung des "Code civil". Unter Napoleon bekleidete Siméon hohe Verwaltungsämter, u. a. als Staatsrat und Präfekt des Königreichs Westphalen unter Jérôme Bonaparte. Nach der Restauration 1814 trat er in die Dienste Ludwigs XVIII., wurde zum Pair von Frankreich erhoben und 1820 in den Adelsstand erhoben. Er amtierte als Minister für Inneres (1820–1821) und spielte eine wichtige Rolle bei der Neuorganisation des französischen Verwaltungswesens. Siméon blieb bis ins hohe Alter politisch aktiv und wurde 1832 zum Vizepräsidenten des Conseil d’État ernannt. Siméon gilt als einer der wichtigen Vermittler zwischen Revolutionsrecht, napoleonischem Zentralstaat und der konstitutionellen Monarchie. Sein Wirken prägte die juristische Kodifikation, die französische Verwaltungsorganisation und die Staatslehre des frühen 19. Jahrhunderts.

Leopold Freiherr von Hohenhausen (geboren 1779 in Herfort, gestorben 1848) war ein deutscher Verwaltungsbeamter, Publizist und Kulturförderer. Er trat zunächst in den Dienst des Königreichs Westfalen, wo er als Unterpräfekt in Eschwege und als Auditeur am Staatsrat wirkte. 1809 heiratete er Elise von Ochs, die später als Elise von Hohenhausen literarische Bedeutung erlangte. Nach dem Ende des napoleonischen Satellitenstaats wurde Hohenhausen Mitglied der provisorischen Regierung in Münster und ab 1817 preußischer Regierungsrat in Minden. Im selben Jahr begründete er das „Mindener Sonntagsblatt“, das sich rasch zu einer vielbeachteten regionalen Zeitung entwickelte und Beiträge von Autoren wie Heinrich Heine, Ferdinand Freiligrath und Hoffmann von Fallersleben veröffentlichte. Zwischen 1820 und 1824 lebte er in Berlin, wo er auf eine höhere Anstellung hoffte, die ihm aufgrund seiner liberalen Haltung verwehrt blieb. Später übernahm er in Minden das Amt eines Zensors, das ihm eher lästig war. Neben seiner Beamtenlaufbahn engagierte sich Hohenhausen für das kulturelle Leben Westfalens, unter anderem als Mitbegründer der „Westphälischen Provinzialblätter“ und der Westphälischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. 1844 trat er in den Ruhestand und zog nach Kassel

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