Friedrich Wilhelm II. (geboren 1744 in Berlin, gestorben 1797 ebenda) war von 1786 bis 1797 König von Preußen. Er war der Neffe Friedrich des Großen und wuchs am preußischen Hof auf. Schon in seiner Kindheit erhielt er eine standesgemäße fürstliche Bildung, die unter Aufsicht seines Onkels und späterer Vorgänger stark auf Sprachen, höfische Etikette, Geschichte, Literatur und Musik ausgerichtet war. Seine Ausbildung war weniger rein militärisch geprägt als die seines berühmten Onkels, kombinierte aber höfische Bildung mit Grundlagen im Staats- und Regierungswesen und bereitete ihn auf spätere Regierungsaufgaben vor – ein Zweck, der im Umfeld des aufgeklärten Absolutismus gesehen werden muss. Als König von Preußen setzte Friedrich Wilhelm II. die Politik seines Vorgängers fort, allerdings mit weniger persönlicher Herrscherpräsenz. In auswärtiger Politik gelang es ihm, Preußens Territorien erheblich zu erweitern: 1791/1793/1795 erwarb Preußen durch die Teilungen Polens u. a. Danzig und Thorn sowie zentrale polnische Gebiete, was Preußens Macht im Osten stärkte. Gleichzeitig gehörte er 1792 der Koalition gegen die Französische Revolution an und trat in der Folge in eine Austro-Preußische Allianz ein. Seine Kriegsführung war jedoch weniger entschieden als bei den großen Feldherren früherer Generationen. nnenpolitisch förderte Friedrich Wilhelm II. kulturelle Aktivitäten und erließ 1788 ein Religionsedikt, das Toleranzprinzipien kodifizierte, zugleich aber restriktive Elemente enthielt und die kirchliche Lehre enger band. Unter seiner Herrschaft wurde auch das Allgemeine Preußische Landrecht vollendet, ein bedeutender staatlicher Gesetzeskodex.