Franz Dingelstedt, ab 1867 von Dingelstedt, ab 1876 Freiherr von Dingelstedt (geboren 1814 in Halsdorf, gestorben 1881 in Wien), war ein deutscher Dichter, Journalist und Theaterintendant. Er gilt als bedeutender Theaterleiter des späten 19. Jahrhunderts, zuletzt war er Direktor des Wiener Burgtheaters. Im Anschluss an das Abitur studierte er von 1831 bis 1834 auf Wunsch des Vaters Theologie in Marburg, ging jedoch nicht in den kirchlichen Dienst, sondern nahm eine Strelle als Lehrer an. 1836 ging er ans Lyceum Fridericianum in Kassel, wo er die ersten dichterischen Arbeiten veröffentlichte, er gehörte hier dem Kasseler literarischen Zirkel Stiftshütte um Friedrich Wilhelm Müller und Friedrich Oetker an. Seine Publikationen führten 1838 zu einer Strafversetzung an das Gymnasium in Fulda, hier schrieb er sein vielleicht bekanntestes Werk, die "Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters" (1841/42). Durch Vermittlung der Stiftsdame Auguste von Seckendorff erhielt er später die Stelle als Hofrat in Stuttgart. 1838 reichte er seine Dissertation mit dem Titel Prolegomena ad artem poeticam (Einführung in die poetische Kunst) an der Universität Marburg ein, sie wurde allerdings abgelehnt, an der Universität Jena wurde er mit der gleichen Arbeit in Abwesenheit am 18. Mai 1838 zum Dr. phil. promoviert. 1841 quittierte Dingelstedt schließlich den Schuldienst und verließ Fulda. Mit der Ernennung zum Hofrat und der Stelle am württembergischen Hof verlief Dingelstedts Leben ab 1843 in gänzlich veränderten Bahnen. Nach der Anstellung in Stuttgart, wo er ab 1846 auch als Dramaturg des Hoftheaters tätig wurde, ging er 1851 als Intendant ans Hoftheater nach München, 1857 kam Dingelstedt auf Vermittlung Franz Liszts, der dort als Operndirektor tätig war, als Generalintendant an das höfische Theater in Weimar. 1867 wurde Dingelstedt Direktor der Wiener Hofoper. Seit den 1830er Jahren war Franz Dingelstedt journalistisch tätig, baute sich ein umfangreiches Netz an Kontakten auf und publizierte zwischen 1835 und 1850 in mindestens 74 literarischen Zeitschriften.