Friedrich Wilhelm Hinkel (geboren 1925 in Berlin, gestorben 2007 ebenda) war Architekt, Bauingenieur und Archäologe mit einem Schwerpunkt auf der Erforschung des antiken Sudan (Nubien). Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte Hinkel zunächst eine Ausbildung als Maurer und Zimmermann und studierte anschließend bis 1950 an der Ingenieurschule für Bauwesen in Magdeburg, wo er als Hochbauingenieur graduierte. In den 1950er Jahren war er für die Deutsche Bauakademie der DDR tätig und wirkte unter anderem am Wiederaufbau der Staatsoper Unter den Linden in Berlin mit. Ab circa 1960 verlagerte Hinkel seinen Arbeitsschwerpunkt ins Ausland, insbesondere in den Sudan, wo er in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften der DDR und der sudanesischen Altertumsverwaltung tätig war. Er nahm an bedeutenden Grabungskampagnen, etwa im Bereich von Musawwarat es Sufra, teil und leitete die Rettung und den Transport mehrerer antiker Tempel und Denkmäler, darunter die Tempel von Buhen, Kumma und Semna sowie Pyramidenfelder bei Meroë. Hinkel veröffentlichte die Ergebnisse seiner Arbeiten unter anderem in der mehrbändigen Reihe The Archaeological Map of the Sudan und baute ein umfangreiches Forschungs- und Dokumentationsarchiv auf, das über 30.000 Fotografien, Zeichnungen und Karten umfasst. Hinkels Arbeit verband ingenieurtechnisches Bauwissen mit archäologischer Praxis und Denkmalpflege, wodurch er zu einer zentralen Figur der deutsch-sudanesischen Archäologie wurde, insbesondere im Kontext der Rettung von Denkmälern während des Baus des Assuan-Staudamms. Sein Nachlass wird vom Deutschen Archäologischen Institut verwaltet und dient weiterhin als wichtige Quelle für die Forschung zur Kulturlandschaft des antiken Sudan. Für seine Verdienste erhielt Hinkel unter anderem den „Order of the Two Niles“ der Republik Sudan.