Georg Richard Kruse (geboren 1856 in Greiffenberg, Provinz Schlesien, gestorben 1944 in Berlin) war ein deutscher Musikforscher, Dirigent und namhafter Autor der Musikreihe des Reclam-Verlages. Er hatte Geigenunterricht bei dem Kapellmeister Carl Moritz von Weber, der aus der Familie Carl Maria von Weber stammte. Bereits 1869 spielte er im Theater-Orchester in Breslau mit. Die notwendige berufliche Praxis erwarb sich der junge Kruse mit verschiedenen Engagements als Operndirigent an mehreren Theatern in Deutschland. Stationen waren u. a. Detmold, Halle (Saale), Gotha und Dresden, das Stadttheater in Ulm, später auch Leipzig und Berlin. Von 1891 bis 1894 lebte Kruse in Milwaukee, wo er am dortigen Deutschen Theater arbeitete, in St. Louis und in Chicago.Von 1903 an war er Redakteur und Schriftleiter für den Reclam-Verlag und gab unzählige Operntexthefte heraus, zu denen er die Einleitungstexte verfasste. Reclams Opernführer, den Georg Richard Kruse verfasste, gehörte mit zu den am weitesten verbreiteten Opernführern. 1905 gründete Kruse die „Gesellschaft zur Erhaltung des Lessing-Hauses“, aus der 1908 das Lessing-Museum in der Brüderstraße 13 in Berlin-Mitte hervorging. Dort hielt er musikhistorische Vorträge, ließ Dichterlesungen und Rezitationsabende stattfinden und gab in Stil der Salons des 19. Jahrhunderts Musikabende, bei denen namhafte aber auch junge, noch unbekannte Künstler seiner Zeit mitwirkten. Daneben verschaffte ihm sein leidenschaftliches Sammeln in Bezug auf alles, was mit der Gattung der Spieloper zu tun hatte, im Laufe der Jahre ein immenses Wissen, das ihn oft zur Anlaufstelle vieler seiner Zeitgenossen werden ließ, wodurch schließlich eine große Zahl von Autographen in seinem Besitz entstand.