Alfred Brendel (geboren 1931 in Wiesenberg, Mähren, gestorben 2025 in London) war ein österreichischer Pianist, Essayist und Lyriker und zählt zu den bedeutendsten Interpreten der klassischen Klavierliteratur des 20. Jahrhunderts. Seine Kindheit verbrachte er überwiegend in Jugoslawien und Österreich; formale Studien absolvierte er nur kurzzeitig am Konservatorium in Graz, entwickelte seine pianistische Ausbildung jedoch weitgehend autodidaktisch und durch Meisterkurse weiter. Nach frühen Wettbewerbserfolgen in den späten 1940er-Jahren begann Brendel eine internationale Konzertlaufbahn, die ihn rasch auf die großen Podien Europas und Nordamerikas führte. Sein Repertoire konzentrierte sich besonders auf Werke von Beethoven, Mozart, Schubert, Haydn und Liszt; mit Gesamtaufnahmen der Beethoven-Klaviersonaten und -konzerte sowie maßgeblichen Einspielungen zentraler Werke Schuberts prägte er die Interpretationsgeschichte nachhaltig. Neben seiner Tätigkeit als Pianist trat Brendel als Autor hervor und veröffentlichte Essays über Musikästhetik sowie Gedichte. Er lehrte in Meisterkursen, hielt Vorträge und beeinflusste mehrere Generationen jüngerer Pianisten. 2008 zog er sich aus dem Konzertleben zurück, blieb jedoch publizistisch und pädagogisch aktiv.