Carl Wolbrandt (geboren 1860 in Hamburg, gestorben 1924 in Krefeld) war ein deutscher Architekt, Exlibris-Künstler, Kunsterzieher und Schulleiter. Wolbrandt studierte Architektur an der Polytechnischen Schule Stuttgart bei Christian Friedrich von Leins. Nach einer Zeit im Atelier von Franz von Neumann in Wien ließ sich Wolbrandt um 1885 in Hamburg als Architekt nieder. Dort wurde er später Lehrer für Entwurf und Zeichnen an der Staatlichen Kunstgewerbeschule. In Hamburg hatte Wolbrandt Kontakt mit der von Alfred Lichtwark initiierten Kunsterziehungsbewegung. Auch kannte er Friedrich Deneken, den Assistenten von Justus Brinckmann am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, der 1897 nach Krefeld geholt wurde, um dort die Leitung des Kaiser-Wilhelm-Museums zu übernehmen. 1899 berief die Stadt Krefeld Wolbrandt zum Direktor ihrer im gleichen Jahr gegründeten Paritätischen Gewerblichen Schule. Als 1904 aus dieser Schule die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Krefeld entstand, wurde Wolbrandt ihr Gründungsdirektor. Unter dem Titel "Die Strömung" veröffentlichte er 1905 ein praktisches Arbeitsbuch für Studenten.