August Emil Daniel Ferdinand Viktor Wilhelmj (geboren 1845 in Usingen, gestorben 1908 in London) war ein deutscher Violinvirtuose, Musikpädagoge und Bearbeiter, der zu den bedeutenden Geigern des späten 19. Jahrhunderts zählte. Bereits als Kind trat er öffentlich auf; seine Ausbildung erhielt er am Leipziger Konservatorium u. a. bei Ferdinand David (Violine) sowie Moritz Hauptmann und Joachim Raff (Komposition), tudierte ab 1861 am Konservatorium in Wiesbaden. Entscheidende künstlerische Impulse erhielt er durch den Kontakt zu Franz Liszt, der sein Talent förderte und ihn in den Kreis der „Neudeutschen Schule“ einführte. Bereits als Jugendlicher unternahm Wilhelmj ausgedehnte Konzertreisen durch Europa, später auch nach Nordamerika, Australien und Asien, und erwarb sich internationales Ansehen als Virtuose. Zu seinem Repertoire gehörten neben klassischen Violinkonzerten auch eigene Bearbeitungen, von denen besonders seine Fassung der Air aus Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 3 („Air on the G String“) große Verbreitung fand. Neben seiner Solistentätigkeit wirkte Wilhelmj als Dirigent und Pädagoge. Neben seiner Musikertätigkeit gründete er eine Violinschule, lehrte später u. a. als Professor am Guildhall School of Music in London und trat auch als Publizist hervor.