Wilhelm Friedrich Bazille (geboren 1874 in Esslingen, gestorben 1934 in Stuttgart) war war Jurist, Verwaltungsbeamter und konservativer Politiker in Württemberg. Nach dem Abitur 1892 in Ulm studierte er Rechts‑ und Staatswissenschaften in Tübingen und München und schloss sein Referendariat mit 1. und 2. Staatsprüfung ab. Seine berufliche Laufbahn begann als Amtmann in Mergentheim ab 1899; ab 1900 war er in Stuttgart bei der Stadtdirektion tätig, ab 1911 als Regierungsrat beim Landesgewerbeamt. Während des Ersten Weltkriegs war Bazille von 1914 bis 1918 Präsident der deutschen Zivilverwaltung der belgischen Provinz Limburg in Hasselt. Nach 1918 engagierte er sich politisch: Er war Mitbegründer der Württembergischen Bürgerpartei (1919), die ab 1920 die Landesgruppe der Deutschnationale Volkspartei (DNVP) wurde. In der württembergischen Landespolitik war er von 1919 bis 1932 Mitglied des Landtags und von 1920 bis 1930 Mitglied des Reichstags. Am 3. Juni 1924 wurde Bazille zum Staatspräsidenten des Freien Volksstaates Württemberg gewählt und leitete zugleich die Ressorts Kultus und Wirtschaft, seine Amtszeit dauerte bis 8. Juni 1928, danach verblieb er noch bis März 1933 als Kultminister. Sein politisches Wirken endete in persönlichen Problemen: Er trat 1930 aus der Partei aus, sein politischer Einfluss schwächte sich zunehmend, und er beging am 1. Februar 1934 Selbstmord in Stuttgart.