Stephan Karl Kekule, seit 1895 Kekule von Stradonitz (geboren 1863 in Gent, Belgien, gestorben 1933 in Berlin) war ein deutscher Jurist, Privatgelehrter, Heraldiker und Genealoge aus der Familie Kekulé von Stradonitz. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bonn und dem Studium der Rechte und der Geschichte in Bonn und Straßburg schlug Kekule zunächst eine militärische Laufbahn ein und diente von 1885 bis 1889 als Artillerieoffizier in der preußischen Armee. 1889 verließ er den Militärdienst und schrieb sich erneut als Student an der Berliner Universität ein, an der er bis 1892 blieb. Anschließend trat er in den juristischen Staatsdienst ein und wurde Referendar am Berliner Kammergericht. Von 1897 bis 1905 vertrat er den Fürsten Georg im schaumburg-lippischen Thronstreit und wurde von diesem zum Kammerherrn ernannt. Seine juristische und genealogische Reputation verhalf ihm in den folgenden Jahren zu einer umfangreichen Gutachtertätigkeit für einige Adelsfamilien. Kekule wurde schließlich beeidigter Sachverständiger für Fragen der Heraldik beim Landgericht Berlin und Sachverständiger der Kommission des Zeughauses der Staatlichen Museen zu Berlin. war Auswärtiges Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, Schatzmeister (seit 1894), Sektionschef (1900–1903) für Genealogie und Vorsitzender (1923–1933) des Vereins „Herold“, des ältesten deutschen Genealogenvereins (gegr. 1869), erster Schriftführer des Vereins für historische Waffenkunde und seit 1932 Leiter der Abteilung VI (Genealogie und Heraldik) des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine.