Richard Engelmann (geboren 1868 in Bayreuth, gestorben 1966 in Kirchzarten) war ein deutscher Bildhauer und Hochschullehrer, der insbesondere für seine klassizistisch und symbolistisch geprägten Plastiken bekannt wurde. Nach einer anfänglichen Tätigkeit im Bankwesen entschloss er sich Anfang der 1890er Jahre zur künstlerischen Laufbahn und studierte ab 1892 an der Münchner Kunstakademie. Anschließend folgten längere Studienaufenthalte in Florenz und Paris, wo er unter dem Einfluss der französischen Bildhauerei sowie der Werke Auguste Rodins seine plastische Ausbildung vertiefte. In Paris besuchte er unter anderem die Académie Julian und arbeitete im Atelier des Bildhauers Jean Dampt. Ab 1899 war Engelmann als freischaffender Bildhauer in Berlin tätig. 1913 wurde er als Professor und Leiter der Bildhauerabteilung an die Großherzoglich-Sächsische Hochschule für Bildende Kunst in Weimar berufen. Dort prägte er über viele Jahre die akademische Bildhauerausbildung und wirkte zeitweise auch im Umfeld des frühen Bauhauses. Zu seinen Schülerinnen gehörte unter anderem die spätere Designerin Marianne Brandt. Sein Werk umfasst monumentale Brunnenfiguren, Porträtplastiken, Reliefs und Denkmäler, die sich durch eine ruhige, idealisierende Formensprache auszeichnen. 1930 wurde Engelmann aus politischen Gründen aus dem Hochschuldienst entlassen; während der NS-Zeit erhielt er weitgehend Berufsverbot. Nach 1945 beteiligte er sich am kulturellen Wiederaufbau und schuf weitere öffentliche Auftragsarbeiten, insbesondere in Freiburg im Breisgau. Heute gilt Engelmann als bedeutender Vertreter der deutschen Bildhauerei des frühen 20. Jahrhunderts zwischen Jugendstil, Klassizismus und akademischer Moderne.