Joseph Hess (geboren 1889 in Simmern, gestorben 1973 in Luxemburg) studierte nach dem Abitur am Athenäum 1909 Philosophie, Latein und Germanistik an den Cours supérieurs in Luxemburg und an den Universitäten Paris, München, Freiburg/ Breisgau und Freiburg (CH). Ab 1915 unterrichtete er in Luxemburg und Echternach, von 1919 bis 1933 in Esch/Alzette und bis 1954 am Athenäum. Zwischen 1944 und 1945 lehrte er zudem englische Literatur an den Cours supérieurs. Hess hatte sich als Mitglied der Letzeburger Nationalunio'n bereits früh mit der luxemburgischen Sprache beschäftigt und 1924 den Luxemburger Sprachverein mitbegründet. Sein Anliegen galt der Bewahrung und Pflege des Luxemburger Wortbestandes sowie dem dialektischen Verhältnis von luxemburgischer Hochsprache und Lokalmundarten. Er sammelte alte Sprachdenkmäler und Volkssagen und gab u. a. den Sagenschatz des Luxemburger Landes von Nikolas Gredt neu heraus, war außerdem Kommissionsmitglied des Luxemburger Wörterbuchs, Mitglied des Institut grand-ducal, Section de linguistique, de folklore et de toponymie und des Institut grand-ducal, Section historique, deren Vizepräsident er ab 1935 und Präsident ab 1960 war. Des Weiteren umfasst sein umfangreiches Werk Studien zur Luxemburger Kultur und Volkskunde wie Luxemburger Volkskunde und Luxemburger Volksleben in Vergangenheit und Gegenwart. Joseph Hess schrieb insbesondere Beiträge zur Kirchengeschichte, Heraldik, zur Geschichte der Dörfer und Gemeinden.