Georg Waitz (geboren 1813 in Flensburg, gestorben 1886 in Berlin) war ein deutscher Historiker, Archivar und Politiker. Er studierte Geschichte, Philologie und Rechtswissenschaften in Kiel und Berlin, unter anderem bei Leopold von Ranke, dessen methodischer Einfluss prägend für seine spätere Arbeit wurde. 1836 promovierte Waitz in Kiel mit einer Arbeit über das dänische Lehnswesen und habilitierte sich dort im selben Jahr.
Nach seiner Tätigkeit als Privatdozent wurde er 1842 außerordentlicher, 1848 ordentlicher Professor für Geschichte an der Universität Kiel, wo er eine historisch-kritische Forschungstradition nach dem Vorbild Rankes begründete. 1848 wechselte er an die Göttinger Universität, wo er das Historische Seminar mitbegründete, das weltweit Anerkennung fand als Göttinger historische Schule. Seine Hauptarbeitsgebiete waren die mittelalterliche Verfassungsgeschichte und die Edition frühmittelalterlicher Quellen. Besonders bedeutend war seine Mitarbeit an den „Monumenta Germaniae Historica“ (MGH), deren Präsident er 1875 wurde und deren Berliner Redaktion er leitete.
Zu seinen zentralen wissenschaftlichen Werken zählen die mehrbändige „Deutsche Verfassungsgeschichte“ (1844–1878) sowie zahlreiche kritische Editionen mittelalterlicher Texte. Waitz gilt als einer der Begründer der modernen deutschen Mediävistik und der historischen Quellenkritik.
Neben seiner akademischen Laufbahn war er 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, wo er dem linken Zentrum angehörte. Nach seiner Berufung nach Berlin im Jahr 1875 wirkte er bis zu seinem Tod als Präsident der MGH und Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.