Georg Plischke ( geboren 1883 in Neisse/Oberschlesien, gestorben 1973 in Unterwössen/Oberbayern) war ein deutsch-österreichischer Scherenschnittkünstler, Verleger und Kunsthandwerker, der insbesondere durch seine volkstümlichen Schatten- und Scherenschnittarbeiten bekannt wurde. Er wurde in Neisse in Oberschlesien geboren; sein Vater war Zeichenlehrer am dortigen Realgymnasium. Nach dem Abitur studierte Plischke an den Universitäten Breslau und Greifswald Philologie mit Schwerpunkt Geschichte und Archäologie und promovierte 1908 zum Dr. phil. Nach dem Studium wandte sich Plischke zunehmend der künstlerischen Arbeit zu und entwickelte sich zu einem bekannten Scherenschnittkünstler. Seine Werke erschienen vielfach als illustrierte Glückwunschkarten, Märchenmotive und dekorative Schattenbilder, die besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts große Verbreitung fanden. Stilistisch verband er traditionelle Volkskunst mit grafischer Präzision und humorvoll-poetischen Darstellungen. Neben seiner Tätigkeit als Künstler arbeitete Plischke auch verlegerisch und gründete einen eigenen Kunstverlag, über den seine Scherenschnittarbeiten vertrieben wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Bayern und setzte dort seine publizistische und künstlerische Tätigkeit fort. Heute gilt Georg Plischke als bedeutender Vertreter der deutschsprachigen Scherenschnittkunst des 20. Jahrhunderts.