Axel Boëthius (geboren 1889 in Göteborg, gestorben 1969 in Rom) war ein schwedischer Klassischer Archäologe und einer der bedeutenden skandinavischen Forscher auf dem Gebiet der antiken Architektur- und Stadtforschung.
Boëthius studierte Klassische Archäologie an der Universität Uppsala und spezialisierte sich früh auf die Architektur und Stadtentwicklung des antiken Italien, insbesondere der etruskischen und römischen Kultur. Bereits in jungen Jahren war er mit der Schwedischen Schule in Rom verbunden, die eine zentrale Rolle für die skandinavische Archäologie im Mittelmeerraum spielte.
Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrierten sich vor allem auf die Architekturgeschichte der Antike. Besondere Bedeutung erlangten seine Studien zu den etruskischen Tempeln sowie zur Baugeschichte der römischen Städte in Italien. Boëthius führte zahlreiche archäologische Untersuchungen durch, unter anderem in Pompeji und in verschiedenen etruskischen Fundorten Mittelitaliens.
1935 wurde er Direktor der Schwedischen Schule in Rom, ein Amt, das er bis 1952 innehatte. In dieser Zeit prägte er maßgeblich die Ausbildung einer Generation skandinavischer Archäologen und förderte die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der Klassischen Archäologie.
Axel Boëthius gilt als wichtiger Vertreter der architekturgeschichtlichen Forschung zur antiken Welt und trug wesentlich zum Verständnis der etruskischen und frühen römischen Baukunst bei.