Graf Leopold Wilhelm von Kolowrat-Krakowsky (geboren 1727 in Prag, gestorben 1809 in Wien) war österreichischer Minister und oberster Kanzler. Er entschied sich für den Staatsdienst und diente unter fünf Regenten: Franz I. Stephan, Maria Theresia, Joseph II., Leopold II. und Franz II. Er begann seine Karriere bei der königlich böhmischen Appellationskammer und wurde später zum Beisitzer des größeren Landrechts in Böhmen aufgenommen. Danach war er Assessor bei dem k. k. Landesgubernium in Böhmen, der Kommission für Gewicht und Maß, dann der Militär- und Navigationskommission und als Präses des städtischen Ökonomie-Oberdirektoriums. Unter Karl I. wurde er am 5. März 1757 zum wirklichen geheimen Rat ernannt. Im Jahr 1767 wurde er Präses der Polizei-, Sicherheits- und alten Kameral-Schulden-Kommissionen, des Armen- und Spinnhauses und des Versatzamtes in Prag. Dazu erhielt er vom Kaiser das Kommandeurkreuzes des königlich ungarischen St.-Stefan-Ordens. Er war von 1769 bis 1772 königlich-böhmischer und österreichischer Vizekanzler in Wien, dann von 1772 bis 1796 k.k. Hofkämmerer und 1782 bis 1796 oberster österreichischer Kanzler. Ab 1796 dann k.k. Hofkämmerer und Ministerial-Banko-Deputations-Präsident sowie dirigierender Staats- und Konferenzminister in inländischen Geschäften (Innenminister). Bereits 1782 wurde er mit dem Orden vom Goldenen Vließ (Nr. 805) ausgezeichnet. Außerdem war er Träger des Großkreuzes des St. Stephans-Orden und seit 1809 auch des Leopold-Ordens.