Johannes Rau (geboren 1931 in Wuppertal-Elberfeld, gestorben 2006 in Berlin) war deutscher Politiker, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und von 1999 bis 2004 der Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Er engagierte sich bereits früh politisch in der Jugendorganisation der SPD. Nach dem Abitur 1949 absolvierte er ein Studium der Evangelischen Theologie, das er jedoch nicht abschloss, und arbeitete anschließend als Lehrer. Seine politische Karriere begann in den 1950er Jahren in der SPD Nordrhein-Westfalen. 1966 wurde Rau zum Landtagsabgeordneten des Landes Nordrhein-Westfalen gewählt, 1970 zum Minister für Wissenschaft und Kunst in Nordrhein-Westfalen ernannt und von 1978 bis 1998 war er Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. In dieser Funktion setzte er sich für Bildung, soziale Gerechtigkeit und interkonfessionellen Dialog ein. Gleichzeitig war er bekannt für seine rhetorischen Fähigkeiten, seinen Pragmatismus und seine Fähigkeit zur Vermittlung zwischen politischen Lagern. Neben seiner Landespolitik war Rau auch auf Bundesebene aktiv: 1979 kandidierte er für das Amt des Bundespräsidenten, unterlag jedoch Karl Carstens. 1999 wurde er schließlich als fünfter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland gewählt und übte dieses Amt bis 2004 aus. In seiner Amtszeit legte er besonderen Wert auf Versöhnung, Dialogbereitschaft und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, insbesondere in Bezug auf Religion, Politik und internationale Beziehungen.