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Jacob Levi & Figli

Bartolomeo Parodi

Brief

Ort: Venedig

Datum: 12. März 1840

Artikelnummer: KKS202501292

180,00 €
Preis Differenzbesteuert n. § 25a UStG. inkl. 19% MwSt. - zzgl. Versand
Stk

Inhalt

Geschäftsschreiben des Bankiers Jacob Levi an den Genueser Kollegen Bartolomeo Parodi.

Maße

Das Blatt misst ca. 28,0 x 21,5 cm.

Zustand

Die Schrift in brauner Tinte, stellenweise verwischt, dennoch lesbar, verso mit Eingangsstempel. Der Bogen mehrfach gefalzt und stark gebrauchsspurig, vergilbt und stockfleckig, knickfaltig, in den Kanten und Falzkanten bestoßen und berissen, hier kleine Löchlein.

Provenienz

Aus Berliner Privatbesitz.

Die Firma Jacob Levi & Figli gehörte zu den bedeutenden jüdischen Bankiers- und Handelsfamilien Venedigs. Sie kombinierte Handelsaktivitäten mit Bankgeschäften, darunter Kreditvergabe, Finanzierungen und Beteiligungen an infrastrukturellen Projekten. Das Haus war unter anderem im Eisenbahnsektor engagiert: Dokumente belegen Beteiligungen an Gesellschaften wie der Strada Ferrata dell’Appennino, ein Hinweis auf das Kapitalvolumen und die Investitionsaktivitäten der Familie. Die familiäre Organisation spielte eine zentrale Rolle im Geschäftsmodell. Jacob Levi heiratete Smeralda Levi; ihre Kinder Samuel und Leon traten ebenfalls in das Geschäft ein, wodurch eine generationsübergreifende Kontrolle und Kontinuität gewährleistet wurde. Quellen und Archivmaterial, insbesondere in der Fondazione Levi in Venedig, enthalten Bücher, Korrespondenzen und Geschäftsaufzeichnungen, die die wirtschaftliche Tätigkeit der Familie dokumentieren und zeigen, dass sie ein zentrales Bindeglied zwischen Handel, Bankwesen und Investitionsfinanzierung in der Region war.

Die Familie Parodi zählte im 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten privaten Bankiershäusern Genuas. Ihre Wurzeln reichen in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, als Giacomo Parodi (1754–1830) die Grundlagen für das spätere Bankhaus legte. In einer Zeit tiefgreifender politischer und wirtschaftlicher Umbrüche – nach dem Ende der Genueser Republik und während der Eingliederung in das Königreich Sardinien – gelang es der Familie, sich als feste Größe im lokalen Kreditwesen zu etablieren. Nach Giacomos Tod übernahm Bartolomeo Parodi die Leitung des Unternehmens und führte es zwischen den 1820er und 1860er Jahren zu überregionaler Bedeutung. In dieser Zeit entwickelte sich die Bank Parodi zu einem der wichtigsten Finanzhäuser Genuas und knüpfte enge Geschäftsbeziehungen zu führenden europäischen Bankiers, darunter die Rothschilds.² Der wirtschaftliche Erfolg beruhte auf einer Mischung aus Handelsfinanzierung, Wechselgeschäften und Staatskrediten – typisch für die sogenannten „haute banque“, die damals das internationale Kapitalwesen dominierten. Auch gesellschaftlich gelang der Familie der Aufstieg in die Oberschicht der Stadt. Um 1845 erwarb Bartolomeo Parodi den Palazzo Lercari-Parodi in der Via Garibaldi – einen der repräsentativsten Adelspaläste Genuas –, was ihren ökonomischen Erfolg und sozialen Status symbolisch unterstrich. Die Parodi verbanden lokales Unternehmertum mit internationalen Kapitalströmen und trugen so wesentlich zur Einbindung Genuas in das europäische Finanzsystem des 19. Jahrhunderts bei.

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