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Erhard Hübener

Walter Ohle

Brief

Ort: Merseburg

Datum: 26. November 1928

Artikelnummer: KKS202500341

200,00 €
Preis Differenzbesteuert n. § 25a UStG. inkl. 19% MwSt. - zzgl. Versand
Stk

Inhalt

Hübener bedankt sich bei Ohle für die übermittelten Bilder und Schriften zu Luther und unbenannter Altarfiguren, er bittet um nicht zu teure Wiederhesrstellung derselben.

Maße

Das Blatt misst ca. 28,5 x 21 cm.

Zustand

Der Bogen maschinengeschrieben, Unterschrift Hübeners in schwarzer Tinte, recto mit grünem Stempel, verso mit Tintenannotationen und einer Bleistiftskizze. Das Blatt mehrfach gefalzt, leicht vergilbt und griffspurig, links gelocht, blass stockfleckig und etwas angeschmutzt, die Kanten und Falzkanten leicht bestoßen und angeschmutzt, mittig im Blatt ein kleines Loch. Sonst gut erhalten.

Provenienz

Aus Ostdeutschem Privatbesitz.

Friedrich Julius Erhard Hübener (geboren 1881 in Tacken, gestorben 1958 in Gadderbaum) war ein deutscher Politiker (DDP, LDPD). Von Dezember 1946 bis Oktober 1949 war er der erste Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und einziger nichtkommunistischer Regierungschef in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. Nach dem Abitur 1901 studierte er Geschichte und Nationalökonomie an den Universitäten Kiel und Berlin. 1905 wurde er promoviert. Anschließend arbeitete er u. a. als volkswirtschaftlicher Sekretär und Syndikus in einem Berliner Handelshaus bzw. bei der Handelskammer von Berlin. Nach Kriegsende 1918 trat er der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bei. 1919 wurde er auf Betreiben von Minister Otto Fischbeck Mitarbeiter im preußischen Handelsministerium. 1922 wechselte Hübener als stellvertretender Landeshauptmann zum Provinzialverband Sachsen, der Selbstverwaltungskörperschaft der preußischen Provinz Sachsen. Noch im selben Jahr wurde er geschäftsführender Landeshauptmann, 1924 wurde er offiziell in das Amt gewählt. Er beschäftigte sich mit einer föderalen Neugliederung Deutschlands und schlug bereits in den 1920er Jahren die Gründung eines Landes Sachsen-Anhalt vor. 1930 wurde er mit den Stimmen von Sozialdemokraten, Demokraten und Deutschnationalen im Amt bestätigt. 1933 wurde Hübener aus dem Amt entfernt und zwangspensioniert. Nach Kriegsende 1945 berief ihn die amerikanische Besatzungsmacht, die zunächst große Teile der Provinz Halle-Merseburg kontrollierte, erneut in das Amt des Landeshauptmanns. Das alliierte Zonenprotokoll und die Beschlüsse von Jalta ordneten die frühere Provinz Sachsen und Anhalt aber der sowjetischen Besatzungszone zu. Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) bildete aus den genannten Gebieten im Juli 1945 eine „Provinz Sachsen“, aus der später das Land Sachsen-Anhalt hervorging, und ernannte Hübener zum Präsidenten der Provinzialverwaltung. Am 3. Dezember 1946 wählte der Landtag von Sachsen-Anhalt Hübener zum einzigen nicht der SED angehörenden Ministerpräsidenten in der SBZ, bis Juni 1948 nahm Erhard Hübener als Ministerpräsident zusätzlich das Amt des Justizministers von Sachsen-Anhalt wahr. Im August 1949 kündigte er aus Altersgründen seinen Rücktritt als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt zum 1. Oktober 1949 an. Am 10. Oktober 1949 – drei Tage nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) – wurde er in einer außerordentlichen Sitzung des Landtages feierlich verabschiedet.

Walter Ohle (geboren 1904 in Dessau, gestorben 1971 in Schwerin) war ein deutscher Kunsthistoriker und Denkmalpfleger. Sein Onkel Max Ohle hatte in Dessau als Provinzialkonservator gearbeitet und sich als Inventarisator der Bau- und Kunstdenkmale einen Namen gemacht. Nach seiner Lehre als Handschuhmacher entschied er sich für ein Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Braunschweig, danach aber für Kunstgeschichte an den Universitäten Berlin und Leipzig. Er begann seine wissenschaftliche Laufbahn 1932 mit einer Dissertation über protestantische Schlosskapellen des 16. Jahrhunderts, die 1936 gedruckt erschien. Schlechte Berufschancen zwangen ihn, für kurze Zeit als Buchhändler in Burg und danach für die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Dessau und Köthen zu arbeiten. 1934 fand er eine Anstellung beim Provinzialkonservator in Stettin. Ohle war im Zweiten Weltkrieg zum Wehrdienst eingezogen und kehrte 1947 aus der Kriegsgefangenschaft nach Schwerin zurück. Dort hatte sein letzter, schon im Pensionsalter befindlicher Chef Baurat a. D. Paul Viering, am 1. Januar 1946 ein neues Landesamt für Denkmalpflege eingerichtet. Mit der Anfang Juni 1952 begonnenen Verwaltungsreform und der Auflösung der Länder sollte die Denkmalpflege politisch in Berlin zentralisiert werden, wo Ohle die nächsten vier Jahre verbrachte. Als die Denkmalpflege 1956 wieder nach Mecklenburg zurückkehrte, wurde das Institut als Außenstelle von Berlin in Schwerin am Schlachtermarkt im heutigen Logenhaus untergebracht. Ohle wurde an die Spitze der Arbeitsstelle berufen. Bis zu seinem Tode 1971 war Walter Ohle Mitarbeiter, Konservator und ab 1956 Leiter der Arbeitsstelle Schwerin des Instituts für Denkmalpflege der DDR.

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