Jacob Achilles Mähly (geboren 1828 in Basel, gestorben 1902 ebenda) war ein Schweizer Altphilologe, Übersetzer und Literaturhistoriker, der sich insbesondere durch seine Arbeiten zur antiken Literatur und deren Vermittlung an ein breiteres Publikum einen Namen machte. Er entstammte einem gebildeten Umfeld und erhielt eine fundierte humanistische Ausbildung, studierte klassische Philologie und widmete sich früh der Erforschung griechischer und lateinischer Texte, wobei ihn sowohl wissenschaftliche Genauigkeit als auch eine anschauliche Darstellung interessierten.
Nach Abschluss seiner Studien war Mähly zunächst im Schuldienst tätig, bevor er eine akademische Laufbahn einschlug. Er wirkte unter anderem als Professor für klassische Philologie an der Universität Basel und später auch in Zürich. Sein wissenschaftliches Interesse galt vor allem der antiken Erzähltradition, insbesondere der Fabel- und Anekdotenliteratur, deren Stoffe er sammelte, analysierte und teilweise neu bearbeitete. Dabei bemühte er sich, die moralischen und kulturgeschichtlichen Dimensionen antiker Texte herauszuarbeiten und sie für die Gegenwart fruchtbar zu machen.
Ein zentrales Anliegen Mählys war die Popularisierung antiker Literatur. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen bereitete er klassische Stoffe in einer Form auf, die auch für ein nicht spezialisiertes Publikum verständlich war. Seine Arbeiten trugen so wesentlich dazu bei, das Interesse an der Antike im 19. Jahrhundert zu fördern und zu verbreiten. Gleichzeitig blieb er der philologischen Präzision verpflichtet, was ihm auch in Fachkreisen Anerkennung einbrachte.