Maria Theresia (geboren 1717 in Wien, gestorben 1780 ebenda) war Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen sowie die einzige Herrscherin aus dem Hause Habsburg, die eigenständig regierte. Nach dem Tod ihres Vaters Karl VI. trat sie 1740 trotz erheblicher Widerstände infolge der Pragmatischen Sanktion die Regierung an und behauptete ihre Erbansprüche in den verlustreichen Kriegen des Österreichischen Erbfolgekrieges und des Siebenjährigen Krieges. Unter ihrer Herrschaft modernisierte sie die Verwaltung, das Bildungswesen und die Armee, führte eine effizientere Steuerpolitik ein und legte die Grundlagen eines zentralisierten, reformorientierten Staatswesens. Gleichzeitig blieb sie tief im katholischen Glauben verwurzelt und verfolgte eine konservative Gesellschaftspolitik, etwa durch Zensur und moralische Vorschriften. Durch ihre Ehe mit Franz I. Stephan von Lothringen wurde sie Mitbegründerin des Hauses Habsburg-Lothringen und Mutter von 16 Kindern, darunter zwei spätere Kaiser (Joseph II. und Leopold II.) sowie Königin Marie Antoinette von Frankreich. Maria Theresia gilt als eine der bedeutendsten Monarchinnen Europas des 18. Jahrhunderts, deren Wirken das Habsburgerreich nachhaltig prägte.