Hermann Köhl (geboren 1888 in Neu-Ulm, gestorben 1938 in München) war ein deutscher Flugpionier. Er war Kampfflieger im Ersten Weltkrieg, wechselte 1925 vom Militär zur Junkers Luftverkehr AG, um dort den zivilen Nachtflugverkehr aufzubauen, und wurde bei Gründung der Luft Hansa 1926 deren erster Nachtflugleiter. Ab 1927 beteiligte er sich an Atlantikflugversuchen und war 1928 Pilot der Junkers W 33 „Bremen“ bei der ersten erfolgreichen Überquerung des Atlantiks in Ost-West-Richtung durch ein Motorflugzeug. Nach dem Abitur 1906 trat er als Fahnenjunker in die württembergische Armee ein und wurde 1908 Leutnant. Seine militärische Ausbildung vertiefte er an der Militärtechnischen Akademie in Berlin. Nach einer Verwundung im Ersten Weltkrieg wechselte Köhl zur Fliegertruppe, absolvierte die fliegerische Ausbildung und stieg bis zum Hauptmann auf. Als Kommandeur eines Bombengeschwaders wurde er 1918 mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet. Nach dem Krieg wandte sich Köhl der zivilen Luftfahrt zu. Ab 1926 leitete er bei der Deutschen Lufthansa den Aufbau des deutschen Nachtflugnetzes und trug maßgeblich zur technischen und organisatorischen Entwicklung des Linien- und Langstreckenflugverkehrs bei. Seinen größten Erfolg erzielte er am 12. April 1928 als Pilot der Junkers W 33 „Bremen“, mit der ihm gemeinsam mit Ehrenfried von Hünefeld und James C. Fitzmaurice die erste Ost-West-Überquerung des Atlantiks mit einem Motorflugzeug gelang. Diese Pionierleistung machte Köhl international bekannt und brachte ihm u. a. die amerikanische Distinguished Flying Cross ein.