Elisabeth Amalie Eugenie in Bayern (geboren 1837 in München, gestorben 1898 in Genf) war durch ihre Heirat mit Franz Joseph I. seit 1854 Kaiserin von Österreich und seit dem Ausgleich von 1867 auch Königin von Ungarn. Sie entstammte dem bayerischen Haus Wittelsbach und war die Tochter Herzog Maximilians in Bayern. Elisabeth heiratete am 24. April 1854 im Alter von 16 Jahren ihren Cousin Franz Joseph I., was sie zur Kaiserin von Österreich machte. Diese Ehe verband die dynastischen Häuser der Wittelsbacher und Habsburger in einer Zeit, in der die österreichische Monarchie tiefgreifenden politischen Umbrüchen gegenüberstand. In ihrer Rolle als Kaiserin und später als Königin von Ungarn war Elisabeth politisch vor allem im Rahmen der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wirksam: Sie unterstützte die Aussöhnung zwischen Wien und Budapest, die 1867 im Ausgleich zur Schaffung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie mündete, und wurde von vielen Ungarn wegen ihrer Sympathien für deren nationale Anliegen besonders geschätzt. Während ihrer Ehe war sie formal Teil des Staatsapparats der Habsburgermonarchie, nahm aber selten direkte politische Führung wahr und verstand ihre Rolle eher als Repräsentantin und kulturelle Figur. Ihre Stellung war durch Spannungen am Hof geprägt, insbesondere durch Konflikte mit Erzherzogin Sophie, der Mutter Franz Josephs, über die Etikette und Kontrolle am Hof. Elisabeth lebte zeitweise zurückgezogen und verbrachte viele Jahre im Ausland oder in ländlichen Residenzen, was ihre direkte politische Einflussnahme einschränkte. Bedeutende Ereignisse in ihrem persönlichen Umfeld – darunter der Tod ihres Sohnes, Kronprinz Rudolf, 1889 – prägten ihr späteres Leben. Am 10. September 1898 wurde Elisabeth in Genf von einem italienischen Anarchisten ermordet.