August Knobel (geboren 1807 in Tübingen, gestorben 1863 in Gießen) war ein deutscher evangelischer Theologe und Orientalist. Er studierte ab 1826 Theologie und orientalische Sprachen an der Universität Tübingen, wo er insbesondere von Heinrich Ewald und Ferdinand Christian Baur beeinflusst wurde. Nach seiner Promotion 1831 habilitierte sich Knobel 1832 in Tübingen für alttestamentliche Exegese und orientalische Philologie.
1836 wurde er als außerordentlicher Professor für Theologie an die Universität Heidelberg berufen, wechselte jedoch 1839 an die Universität Gießen, wo er bis zu seinem Tod als ordentlicher Professor der Theologie lehrte und mehrfach das Amt des Dekans bekleidete.
Knobel gilt als Vertreter der historisch-kritischen Bibelforschung im 19. Jahrhundert. Sein Schwerpunkt lag auf der Exegese des Alten Testaments, der semitischen Philologie und der biblischen Geographie. Er veröffentlichte grundlegende Kommentare zu den Büchern Genesis, Exodus, Numeri und Jesaja, in denen er sprachwissenschaftliche und literarkritische Methoden verband. Zudem trat er als Übersetzer und Kommentator orientalischer Quellen hervor.
Knobels wissenschaftliche Arbeit trug wesentlich zur Etablierung der historisch-philologischen Methode in der protestantischen Theologie bei und beeinflusste die spätere Entwicklung der alttestamentlichen Exegese in Deutschland nachhaltig.