Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst (geboren 1825, Heringhausen/Westfalen, gestorben 1895, Haus Alst) war ein deutscher Gutsbesitzer und konservativ-katholischer Politiker der Zentrumspartei. Nach militärischem Einsatz als preußischer Offizier während der Revolution von 1848/49 wandte er sich landwirtschaftlichen und agrarpolitischen Fragen zu und engagierte sich in der Organisation bäuerlicher Interessen. 1862 gründete er den ersten lokalen Bauernverein in Westfalen und entwickelte daraus ein Netzwerk, das 1871 im Westfälischen Bauernverein mündete; zugleich förderte er genossenschaftliche Kreditorganisationen, landwirtschaftliche Ausbildung und Versicherungsmodelle. Politisch gehörte Schorlemer zu den Mitbegründern und führenden Vertretern des konservativen Flügels der Zentrumspartei. Er war von 1870 bis 1889 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, 1874–1885 sowie zeitweise zuvor und danach Reichstagsabgeordneter und ab 1891 Mitglied des Preußischen Herrenhauses. Im parlamentarischen Raum profilierte er sich insbesondere als Vertreter landwirtschaftlicher Interessen, als Gegner der Innenpolitik Otto von Bismarcks während des Kulturkampfes und als Initiator sozialpolitischer Vorstöße wie des sogenannten „Antrags Galen“. Daneben wirkte er in landwirtschaftlichen Verbänden, gründete agrarische Bildungsinstitutionen und trug wesentlich zur Organisation katholisch geprägter bäuerlicher Selbsthilfe bei. Sein Einfluss auf Agrarpolitik und katholische Interessenvertretung brachte ihm den Beinamen „Westfälischer Bauernkönig“ ein.