Christian Matthias Theodor Mommsen (geboren 1817 in Garding/ Schlesien, gestorben 1903 in Berlin) war ein deutscher Althistoriker, Jurist, Epigraphiker, Publizist und Politiker und gilt als einer der bedeutendsten Gelehrten des 19. Jahrhunderts. Mommsen studierte von 1838 bis 1843 Rechtswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er 1843 mit einer Arbeit zur römischen Rechtsgeschichte promoviert wurde. Nach Studienaufenthalten in Italien (1844–1847) wurde er 1848 Professor für Römisches Recht an der Universität Leipzig, 1852 an der Universität Zürich, und 1854 an der Universität Breslau. Ab 1858 lehrte er als Professor für Römische Geschichte an der Universität Berlin, wo er bis zu seinem Tod wirkte. Zentral für Mommsens wissenschaftliches Werk ist die „Römische Geschichte“ (Römische Geschichte, 3 Bände, 1854–1856), für die ihm 1902 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde – als Anerkennung für die „größte Leistung eines Historikers als Schriftsteller“. Dieses Werk gilt bis heute als stilistisch und methodisch herausragende Synthese von philologischer Präzision und historischer Darstellungskraft. Als Leiter und Herausgeber der „Corpus Inscriptionum Latinarum“ (CIL), eines systematischen Sammelwerks lateinischer Inschriften, schuf Mommsen die Grundlage der modernen Epigraphik und trug wesentlich zur empirischen Erforschung der römischen Geschichte und Verwaltung bei. Seine Editionen römischer Rechtsquellen, insbesondere des Corpus Iuris Romani Antiqui (1860), gehören zu den Standardwerken der Altertumswissenschaft. Neben seiner akademischen Tätigkeit war Mommsen politisch aktiv. Er engagierte sich in der Paulskirchenbewegung von 1848, war Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses (1873–1879) und des Deutschen Reichstags (1881–1884) für die Deutsche Fortschrittspartei, wo er liberale und antinationalistische Positionen vertrat. Mommsens wissenschaftliches Werk zeichnet sich durch methodische Strenge, empirische Quellenarbeit und eine Verbindung von Rechtsgeschichte und Geschichtswissenschaft aus. Er gilt als Mitbegründer der modernen Altertumswissenschaft und als Wegbereiter der historischen Quellenkritik.